Gicht – eine Wohlstandskrankheit

Seit die Gicht im 17. Jahrhundert zum ersten Mal beschrieben wurde, wird sie mit Wohlstand und ausschweifendem Lebenswandel in Verbindung gebracht. Und in der Tat ist heute wissenschaftlich belegt, dass eine fette und eiweißreiche Kost sowie ein übermäßiger Alkoholgenuss wichtige Ursachen für die zunächst anfallsartigen Gelenkschmerzen sind.

Das wiederum heißt aber auch, dass wir der Krankheit nicht ausgeliefert sind und einen chronischen Verlauf keineswegs in Kauf nehmen müssen. Im Gegenteil: Durch eine Umstellung unserer Lebensgewohnheiten lässt sie sich durchaus in Schach halten.

In dieser Broschüre informieren wir Sie ausführlich darüber, wie Sie der Gicht vorbeugen können, wie sich eine beginnende Erkrankung bemerkbar macht und welche Behandlung in diesem Fall anzuraten ist. Zu weiteren Fragen gibt Ihr A-plus Team Ihnen gern persönlich Auskunft.

Was ist eigentlich Gicht?

Heute weiß man, dass eine Störung des Stoffwechsels für die Gicht verantwortlich ist. Eine entscheidende Bedeutung kommt dabei der Harnsäure zu, die beim Abbau sogenannter Purine entsteht. Diese für den Körper lebenswichtigen Baustoffe nehmen wir mit unserer Nahrung auf, zum Teil stellt sie der Organismus auch selbst her.

Normalerweise wird ein Großteil der Harnsäure über die Nieren ausgeschieden, nicht so bei Gichtkranken. Bei ihnen zirkuliert überschüssige Säure im Blut durch den Körper. Sie bleibt allerdings nicht dauerhaft gelöst, sondern kristallisiert aus. Die Harnsäurekristalle setzen sich dann in der Gelenkflüssigkeit, den Weichteilen und der Niere fest und rufen dort als natürliche Abwehrreaktion des Organismus Entzündungen hervor.

Das beschriebene Krankheitsgeschehen mündet in einem schmerzhaften Gichtanfall, der sich in Abständen wiederholen und schließlich chronisch werden kann. Bei 99 Prozent aller Gichtpatienten liegt eine Ausscheidungsschwäche für Harnsäure vor. Selten – nur in einem Prozent der Fälle – wird die Gicht durch eine erblich bedingte, gesteigerte Harnsäurebildung provoziert.

Wie macht sich ein Gichtanfall bemerkbar?

Zunächst einmal: Es gibt Vorboten eines Gichtanfalls, die jedoch häufig nicht mit dieser Erkrankung in Verbindung gebracht werden. Dazu zählen Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen und Probleme im Magen-Darm-Bereich. Der Anfall selbst beginnt üblicherweise in der Nacht. Die Heftigkeit des Schmerzes führt zum plötzlichen Erwachen. Tritt ein Gichtanfall dagegen tagsüber auf, steigert sich die Intensität über einige Stunden.

Der Erstanfall beschränkt sich in der Regel auf das Gelenk der großen Zehe. Symptome sind:

  • eine Färbung des Gelenks von rot bis bläulich,
  • eine starke Schwellung,
  • ein starkes Hitzegefühl,
  • eine stark eingeschränkte Beweglichkeit sowie eventuell
  • Fieber, ein beschleunigter Herzschlag, Kopfschmerzen und/oder Übelkeit.

Der Verlauf eines unbehandelten Gichtanfalls ist im Gegensatz zu seinem spontanen Beginn individuell sehr unterschiedlich. Der Anfall kann nach zwei bis vier Tagen abklingen, gelegentlich sind Patienten aber auch erst nach vier Wochen wieder beschwerdefrei.

Was sind die Ursachen?

Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die nicht spontan, sondern erst nach Jahren oder Jahrzehnten zu den oben beschriebenen Symptomen führen. Die wichtigsten sind:

  • eine vermehrte Purinzufuhr. Der übermäßige Verzehr purinhaltiger Lebensmittel (siehe „Diät bei Gicht“) stellt aus heutiger Sicht die Hauptursache dar.
  • eine verminderte Harnsäureausscheidung. Alkohol, blutdrucksenkende Arzneimittel sowie die Übersäuerung des Blutes bei schlecht eingestelltem Diabetes oder im Rahmen einer Fastenkur hemmen die natürliche Ausscheidung der Harnsäure.
  • eine vermehrte körpereigene Harnsäurebildung. Da Purine Bestandteil jeder Körperzelle sind, werden sie bei einem Zellzerfall stets freigesetzt. So etwa bei (bakteriellen) Infekten, durch Röntgenbestrahlung oder im Rahmen einer Chemotherapie.

Ohne dass die ursächlichen Zusammenhänge inzwischen geklärt sind, gelten heute auch (bevorstehende) Operationen, seelische Belastungen sowie ungewöhnliche körperliche Anstrengungen als denkbare Anfallsauslöser. Vermutlich hängt dies mit einer erhöhten Adrenalinausschüttung in solchen Phasen zusammen. Kommen mehrere der beschriebenen Faktoren zusammen, erhöht sich verständlicherweise das Erkrankungsrisiko. Andererseits ergibt sich so eine Reihe von Ansatzpunkten für die Therapie sowie zur Vorbeugung.

Die chronische Gicht

Wird ein akuter Gichtanfall nicht behandelt, ist in immer kürzeren Abständen mit neuen Anfällen zu rechnen. Nach wenigen Jahren gibt es oft keine beschwerdefreien Phasen mehr – die akute Gicht ist chronisch geworden.

Mit gravierenden Folgen:
Äußerlich werden Verformungen an den Gelenken sichtbar. Darüber hinaus lagern sich in der Niere zunehmend Harnsäurekristalle ab. Es bilden sich Nierensteine, die unter sehr schmerzhaften Koliken abgehen können. Oder sie füllen das ganze Nierenbecken aus und hemmen die Ausscheidung von Schadstoffen, zudem entwickelt sich ein Bluthochdruck.

Viele gute Gründe also, um schon beim ersten Gichtanfall einen Arzt aufzusuchen.

Diät bei Gicht

Das Tückische an der Gicht ist, dass sie den Betroffenen nach einem Anfall für Tage oder Wochen verschont. Wer dann in Sachen Diät mal „fünf gerade sein lässt“ oder gar die Medikamente „vergisst“, wird in der Regel schmerzlich bestraft. Nehmen Sie sich daher folgende Tipps zu Herzen:

1 Schränken Sie den Verzehr purinreicher Nahrungsmittel ein. Dazu zählen Innereien, Fleisch und Wurst, Fisch, Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Bohnen), Pilze, Grünkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Sellerie, Spargel, Schwarzwurzeln und Spinat. Da hier nicht alle relevanten Lebensmittel aufgeführt werden können, besorgen Sie sich in Ihrer A-plus Apotheke entsprechende Lebensmittel-Tabellen. Bevorzugen Sie überdies Milch und Milchprodukte als Eiweißquelle.
2 Versuchen Sie, Ihr Normalgewicht zu erreichen beziehungsweise zu halten. Denn Gicht ist eine Erkrankung, die oft mit Übergewicht und Diabetes einhergeht. Auf Fastenkuren sollten Sie allerdings verzichten, es kann zum kurzzeitigen Anstieg des Harnsäurespiegels kommen. Dadurch wird ein Gichtanfall provoziert.
3 Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein. Es hat sich gezeigt, dass deutlich erhöhte Harnsäurespiegel (um 10 mg/dl) nach Alkoholabstinenz um 3 mg/dl und mehr absanken.
4 Trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser am Tag. Das garantiert eine hinreichende Ausscheidung der Harnsäure. Sie können auch Kaffee und Tee trinken. Die hierin enthaltenen Purine werden nicht zu Harnsäure abgebaut.

Arzneimittel bei Gicht

Auch wenn eine purinarme Diät zentraler Bestandteil jeder Therapie ist, nicht immer reicht sie allein aus. Der Arzt entscheidet, ob zusätzlich die Einnahme von Medikamenten erforderlich ist, um Schmerzen und Entzündungsreaktionen dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Dabei werden grundsätzlich zwei unterschiedliche Strategien verfolgt:

  • die Hemmung der Harnsäureproduktion durch Urikostatika, zum Beispiel Allopurinol.
  • die Steigerung der Harnsäureausscheidung durch Urikosurika, zum Beispiel Benzbromaron oder Probenecid.

Die genannten Mittel sind sehr gut wirksam, weitgehend frei von Nebenwirkungen und daher für die medikamentöse Dauertherapie geeignet. Mit einer Einschränkung: Urikosurika eignen sich nicht bei einer bereits bestehenden Nierenschwäche.

Colchicin, das aus der Herbstzeitlosen-Blume gewonnen wird, ist das Mittel der ersten Wahl für die Behandlung eines akuten Gichtanfalls. Es hindert die weißen Blutkörperchen zuverlässig daran, Harnsäurekristalle aufzunehmen. Schmerzmittel und Entzündungshemmer aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), zum Beispiel Diclofenac oder Indometacin, sind Mittel der zweiten Wahl bei einem akuten Gichtanfall.



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