Arzneimittel und Straßenverkehr

Statistisch gesehen geschieht circa jeder fünfte Unfall im Straßenverkehr unter dem Einfluss von Medikamenten. Etwa 35 % aller Autofahrer haben in den letzten 24 Stunden vor Fahrbeginn Medikamente eingenommen. Diese Tatsachen haben Untersuchungen und Umfragen ergeben. Nicht jedes Arzneimittel schränkt die Fahrtüchtigkeit ein. Es gibt Medikamente, die immer zu einer Beeinträchtigung führen, andere erst bei unsachgemäßer Anwendung und wieder andere ermöglichen es kranken Menschen überhaupt erst, ein Fahrzeug zu lenken.

 

Wie und wodurch wird die Verkehrstüchtigkeit beeinflusst?

Auto- und Radfahren erfordern eine komplexe Körperarbeit. Die Hauptarbeit wird von unserem Zentralnervensystem geleistet: Es reguliert und koordiniert, nimmt optische und akustische Signale wahr und verarbeitet diese, indem es die Fahrweise entsprechend anpasst. Störungen in diesem Ablauf betreffen vor allem die Wahrnehmung und Verarbeitung von Signalen.

Ob und wie lange ein Medikament die Fahrtüchtigkeit beeinflusst, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • von der Art des Medikamentes,
  • von der Dosis und
  • von der individuellen Körperverfassung (Alter, Geschlecht, Körperbau, Gewicht, Grunderkrankung, Einnahme weiterer Medikamente oder anderer Stoffe wie Drogen oder Alkohol).

Welche Beeinträchtigungen durch Medikamente gibt es?

Folgende die Verkehrstüchtigkeit beeinflussende Störungen können auftreten:

1 körperliche Störungen. Hierzu zählen herabgesetzte Sinnesfunktionen, wie erhöhte Blendfähigkeit, eingeschränktes Gesichtsfeld, Hörverschlechterung und Gleichgewichtsstörungen, aber auch Störungen des Bewusstseins zum Beispiel durch Kreislauf- oder Atembeschwerden.
2 psychisch-körperliche Leistungseinschränkungen bei der Auffassung, der Konzentration, der Kritikfähigkeit, Kombinations- und Reaktionsfähigkeit sowie eine beschleunigte Ermüdbarkeit.
3 medikamentös bedingte charakterliche Veränderungen.

Welche Medikamente können die Verkehrstüchtigkeit herabsetzen?

Im Folgenden sind die Arzneigruppen aufgelistet, bei denen es mit besonders hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Verminderung der Verkehrstüchtigkeit kommt.

Narkotika

Bei kleineren chirurgischen Eingriffen oder einigen Diagnoseverfahren, die ambulant durchgeführt werden, kommen so genannte Kurznarkotika zum Einsatz. Der Patient erwacht schnell, ist nach einer halben Stunde gehfähig und wird meist ohne größere Nachwirkungen kurz nach dem Eingriff entlassen. Das Narkotikum kann jedoch noch tagelang „Schlaf fördernd“ nachwirken, da es zum Teil im Fettgewebe gespeichert und langsam in geringen Mengen wieder ins Blut abgegeben wird. Patienten sollten nach einer Kurznarkose mindestens 24 Stunden zu Hause bleiben, keinen Alkohol trinken und kein Fahrzeug lenken.

Schlaf- und Beruhigungsmittel

Sie erhöhen die Schlafbereitschaft und vermindern die Verkehrstüchtigkeit durch Hemmung der Aufmerksamkeit, der Beobachtungs- und Konzentrationsfähigkeit und der Reaktionsschnelligkeit.

Bei Schlafmitteln muss immer an die Gefahr der Nachwirkungen gedacht werden. Der Hinweis im Beipackzettel „Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen einzunehmen“ geht von einer Nachtruhe von 8 bis 10 Stunden aus. Das bedeutet: Um am nächsten Morgen fahrtüchtig zu sein, darf man ein Schlafmittel nicht nach Mitternacht einnehmen!

Schmerzmittel

Einige stark wirksame Schmerzmittel können bereits nach einer einzelnen Dosis rauschartige Zustände und Benommenheit hervorrufen. Dies gilt vor allem für so genannte Opioide, also Schmerzmittel, die sich von Morphin ableiten. In Phasen der Neueinstellung dieser Medikamente sollte kein Fahrzeug geführt werden. Sind die Schmerzmittel gut eingestellt, vermindert sich die Gefahr erheblich, das Fahren ist erlaubt. Patienten, die unter Opioid-Einnahme ein Fahrzeug führen, sollten einen vom Arzt ausgestellten Opioid-Ausweis bei sich führen. Zu den Opioden zählen auch das als Hustenstiller eingesetzte Codein sowie Medikamente zur Drogensubstitution.

Psychopharmaka

Die meisten Psychopharmaka haben eine beruhigende, dämpfende Wirkung und können somit die Reaktionsfähigkeit herabsetzen. Die wichtigsten unter ihnen sind Tranquilizer, Neuroleptika und Antidepressiva. In der Regel werden sie aufgrund einer psychischen Erkrankung eingenommen, welche alleine bereits zu einer wesentlichen Verminderung der Verkehrstüchtigkeit führen kann. Nur der verordnende Arzt kann über eine mögliche Teilnahme am Straßenverkehr entscheiden. Da Psychopharmaka und Alkohol sich in ihrer Wirkung gegenseitig sehr stark beeinflussen, sollte auf Alkohol unbedingt verzichtet werden.

Antiepileptika

Mittel, die epileptische Anfälle verhindern oder unterdrücken können, führen oft schon in üblicher Dosierung zu Müdigkeit, Benommenheit und Schwindel und damit zu einer Verschlechterung des Fahrverhaltens. Andererseits, wird das Führen des Fahrzeugs aber durch eine Verminderung der Krankheitssymptome überhaupt erst ermöglicht. Treten bei einem Menschen trotz Behandlung häufiger als halbjährlich epileptische Anfälle auf, so darf er kein Auto fahren und keine Tätigkeit verrichten, die ihn selbst oder andere gefährdet. Nur der behandelnde Arzt kann entscheiden, ob ein Epileptiker ein Fahrzeug führen kann.

Antihistaminika

Wirkstoffe dieser Arzneigruppe sind enthalten in

  • nichtverschreibungspflichtigen Schlafmitteln,
  • Medikamenten gegen allergische Erkrankungen (Heuschnupfen),
  • Arzneimitteln gegen Reiseübelkeit,
  • Kombinationspräparaten gegen Grippe und Schnupfen.

Die beruhigende und dämpfende Wirkung der Antihistaminika kann schon in üblicher Dosierung zu Schläfrigkeit und Benommenheit führen. Bei allen Antihistaminika wird die Aufmerksamkeit vermindert und die Dämpfungseffekte durch Alkohol werden verstärkt.

Muskelrelaxantien

Sie werden zur Beseitigung von Muskelverspannungen verordnet, wie zum Beispiel bei Halswirbelsäulen-Syndromen, die gerade bei Kraftfahrern nicht selten sind. Ähnlich wie die Tranquilizer begünstigen sie die Ermüdung und die Schlafneigung.

Antihypertonika

Medikamente zur Senkung eines hohen Blutdruckes können gerade in der Startphase durch zu starken Blutdruckabfall Schwindel, Kopfschmerzen und eine Störung der Akkomodation des Auges hervorrufen. Letzteres bedeutet, dass man in Nähe und Ferne nicht scharf sehen kann. Auf der anderen Seite kann ein zu hoher Blutdruck alleine schon zu Durchblutungs-, Seh- und Herzrhythmusstörungen führen. Das Fahren eines Kraftfahrzeuges sollte durch den behandelnden Arzt erst dann erlaubt werden, wenn die optimal wirkende Dosis gefunden ist und die individuellen Nebenwirkungserscheinungen abgeklärt sind.

Ophthalmika

Bei Augenarzneimitteln ist vor allem die Arzneiform zu beachten. Gele und Salben können die Sehleistung mehrere Minuten bis Stunden vermindern. Pupillenerweiternde Augenarzneien erschweren die Akkomodation, so dass scharfes Sehen erschwert und die Blendempfindlichkeit erhöht ist.

Antidiabetika

Sowohl Insulin als auch verschiedene Wirkstoffe gegen Diabetes in Tablettenform senken den Blutzucker ab. Tritt durch eine zu starke Absenkung eine Unterzuckerung auf, so nimmt das Reaktionsvermögen sehr stark ab. Vor einer solchen Situation können sich Diabetiker schützen, indem sie vor jeder Autofahrt und auf längeren Reisen alle zwei Stunden ihren Blutzucker messen. Im Auto sollte immer ein Vorrat an Traubenzucker sein, der im Ernstfall schnell für steigende Blutzuckerwerte sorgt.

Für den Einzelnen ist es oft schwierig, den Einfluss seines Arzneimittels zu beurteilen. Deshalb sollten Sie stets Ihren Arzt oder Ihr A-plus Apothekenteam fragen, ob bei der Einnahme eines bestimmten Arzneimittels die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt wird.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

  • Als Straßenverkehrsteilnehmer fragen Sie in der Apotheke immer nach dem verkehrssichersten Medikament. Auch rezeptfreie Medikamente können die Verkehrstüchtigkeit beeinflussen.
  • Lesen Sie sorgfältig die Packungsbeilage und halten Sie sich an die vorgeschriebene Einnahmedosis.
  • Da sich Arzneimittel in ihrer Wirkung auch untereinander beeinflussen können, informieren Sie Ihren Apotheker über Medikamente, die Sie dauerhaft einnehmen, wenn Sie ein rezeptfreies Arzneimittel kaufen. Sind Sie bei verschiedenen Ärzten in Behandlung, sagen Sie jedem Arzt, welche Medikamente Sie einnehmen.
  • Beobachten Sie sich selbst: Wenn Sie anders als gewohnt reagieren, aggressiver oder ständig müde sind, können Arzneistoffe die Ursache sein. Sobald Sie im Straßenverkehr nicht mehr optimal reagieren können, sollten Sie die Hände vom Lenkrad lassen.
  • Verzichten Sie unbedingt auf Alkohol, wenn Sie Medikamente einnehmen. Alkohol kann – auch in geringen Mengen – die Wirkungen oder Nebenwirkungen der Arzneimittel, die die Verkehrstüchtigkeit einschränken, erheblich verstärken.
  • Jeder Verkehrsteilnehmer ist für seine Fahrtüchtigkeit selbst verantwortlich. Ist eine Person aufgrund von Arzneimitteln nicht fahrtüchtig, ist die Teilnahme am Straßenverkehr strafbar. Dies gilt auch für Radfahrer. Lassen Sie also im Zweifel das Auto, das Motorrad oder auch das Fahrrad stehen.



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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.